Fertigungsumgebung


Fortschrittliche Aluminiumverarbeitung

Bang & Olufsen arbeitet mit Aluminium, da dieser attraktive Werkstoff sich zu ästhetischen und widerstandsfähigen Oberflächen verarbeiten lässt.

Um diese ansprechende und robuste Oberfläche zu erhalten, eloxieren wir das Aluminium. Beim Eloxieren handelt es sich um eine elektrochemische Behandlung des Aluminiums, bei der sich ein haltbares Oxid an der Oberfläche bildet. Bang & Olufsen eloxiert seine Werkstoffe bereits seit den 1950er Jahren. Die aktuelle Anlage wurde 1992 errichtet und gilt immer noch als eines der fortschrittlichsten Werke auf der Welt.

Das Eloxierwerk hat 30 Bäder mit einem Volumen von jeweils 3800 Litern. Jedes Bad hat eine bestimmte Funktion, das umfasst beispielsweise die Schritte Entfetten, Konservieren, Spülen, Färben, Beizen, Oxidieren und Verdichten. In Sachen Umweltfreundlichkeit stellt der Wasserverbrauch des Eloxierwerks die größte Herausforderung dar. Bei Bang & Olufsen steht deshalb die Reduktion des Wasserverbrauchs für jeden Quadratmeter eloxierten Aluminiums im Mittelpunkt. Wir streben stets danach, unsere Technologie und Prozesse dahingehend zu verbessern, dass wir den Wasserverbrauch weiter senken können.

Die Luftabsaugung von der Oberfläche der Bäder hängt von der Art des Fertigungsprozesses ab. Die abgesaugte Luft besteht aus atmosphärischer Luft mit einem unterschiedlichen Gehalt an Wasserstoff und wasserhaltigen Aerosolen. Die Aerosole in der Luft werden mithilfe eines Nasswäschers entfernt. Bei diesem Vorgang wird die Luft mit neutralisiertem Wasser gewaschen. Nach zwei Waschgängen werden die verbleibenden Tropfen in einem Tropfenfänger gesammelt. Die saubere Luft wird dann in die Außenatmosphäre entlassen. Diese Methode sorgt für ein Eloxierverfahren, das keine Luftverschmutzung verursacht.

Das im Eloxierwerk entstehende Abwasser enthält Farbstoff- und Aluminiumrückstände. Bevor das Abwasser an öffentliche Kläranlagen weitergeleitet wird, wird das Wasser in der werkseigenen Kläreinheit von Bang & Olufsen gereinigt. Während der Klärung wird das Abwasser neutralisiert. Dabei setzen sich die Aluminiumpartikel ab und verbinden sich mit den Farbstoffpartikeln im Sammelbehälter. Ein unabhängiges Forschungsinstitut führt regelmäßig Überprüfungen des geklärten Abwassers durch. Es gab noch keinen einzigen Vorfall, bei dem die vorgeschriebenen Grenzwerte überschritten wurden. Der Klärschlamm der werkseigenen Kläranlage enthält Farbstoffrückstände und Aluminiumsalze. Der Schlamm wird entwässert und vor dem Abtransport in Form von Filterkuchen komprimiert. Bang & Olufsen recycelt Schlammrückstände seit 1999. Der Schlamm auf Aluminiumbasis wird in der Betonproduktion wiederverwertet – eine umweltfreundliche Lösung für beide Parteien.

Abgesehen vom oben genannten Abwasser entstehen im Zuge dieses Verfahrens keine weiteren Abfälle.

ICEpower-Technologie

Bei ICEpower handelt es sich um eine von Bang & Olufsen patentierte digitale Verstärkertechnologie. ICEpower ist eine Technologie mit hohem Wirkungsgrad, geringer Leistungsaufnahme und brillanter Klangqualität. Herkömmliche analoge Verstärker wandeln durchschnittlich lediglich 35 % der aufgenommenen Leistung auch in Lautsprecherleistung um. Die verbleibenden 65 % werden als Wärmeenergie abgebaut. Aus diesem Grund werden Verstärker gewöhnlich mit großen Kühlplatten ausgestattet, die die Wärme ableiten und so Qualitätsproblemen entgegenwirken.

Die ICEpower-Technologie senkt den Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Technologien bei normalem Betrieb um den Faktor 10. Das bedeutet, dass die Verstärker aufgrund der optimierten Leistungsumwandlung weit weniger Wärme erzeugen. Die Kühlplatten sind also nicht länger erforderlich, was es ermöglicht, Gewicht und Größe maßgeblich zu reduzieren. In anderen Worten umfassen die Vorteile einen geringeren Energieverbrauch, weniger Material (für die Kühlplatten) und eine Gewichtsreduktion. Das Endergebnis ist ein kompakter Verstärker mit einem hohen Wirkungsgrad und geringem Wärmeverlust.

Das Arbeitsumfeld bei Bang & Olufsen

Bang & Olufsen legt großen Wert auf die Gesundheit und Sicherheit seiner Mitarbeiter. Unser Ziel besteht darin, ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen, sowohl in körperlicher als auch psychologischer Hinsicht. Bang & Olufsen möchte die Arbeitsplätze an seine Mitarbeiter anpassen und nicht anders herum. Aus diesem Grund werden die Gesundheits- und Sicherheitsaspekte bereits in den Design- und Entwicklungsphasen berücksichtigt, da beispielsweise die Materialien sowie Behandlungsverfahren, für die sich die Produktentwickler entscheiden, erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit- und Sicherheitsstandards in der Produktionsphase haben können.

Schon in der Produktentwicklungsphase stellt Bang & Olufsen ein Komitee aus Produktionstechnikern zusammen. So soll einerseits das entsprechende Arbeitsumfeld in der Produktionsphase gewährleistet werden und andererseits möchte man potenzielle Schwierigkeiten mit dem Produktionsstart für ein neues Gerät vorhersehen. Darüber hinaus hat das Komitee die Aufgabe, die Handhabung der Produkte bei den Fachhändlern und Kunden zu berücksichtigen. Unter anderem ist die Wahl der Verpackung ein entscheidender Faktor für die Produkthandhabung bei den Fachhändlern und Kunden.

Arbeitsplatzbeurteilung

Mindestens alle drei Jahre werden alle Arbeitsplätze einem so genannten WPA (Workplace Assessment), also einer Arbeitsplatzbeurteilung, unterzogen. Dabei werden neben den physischen, chemischen und ergonomischen Bedingungen auch psychologische Faktoren unter die Lupe genommen. Im Zuge dieser Beurteilung werden die Schwachstellen in Zusammenhang mit der Arbeitsumgebung identifiziert.

In der Produktmontage liegt das Hauptaugenmerk auf der Gewährleistung ergonomischer Arbeitsplätze sowie der Vermeidung von schweren Lasten, Lärm und der Verwendung von Chemikalien. 

Ergonomie

Bei Bang & Olufsen gibt es wenige Arbeitsplätze, die monotone und wiederholte Abläufe voraussetzen (– Arbeit, die zum RSI-Syndrom führen kann). RSI steht für Repetitive Stress Injuries und bezieht sich auf diejenigen Abläufe, bei denen immer dieselben Muskelgruppen beansprucht werden. Dies ist nicht gesund für den Körper. Wir achten besonders darauf, RSI zu vermeiden, indem wir Betriebszyklen auf ein Intervall von weniger als 30 Sekunden beschränken. Außerdem wird gewährleistet, dass repetitive Abläufe nicht mehr als 50 Prozent der Arbeitszeit in Anspruch nehmen. Lassen sich wiederholte Abläufe in einem Arbeitsprozess nicht vermeiden, darf der entsprechende Mitarbeiter nicht länger als 3 - 4 Stunden an diesem Platz arbeiten. Nach dieser Zeitspanne übernimmt er andere Aufgaben an einem anderen Arbeitsplatz (Arbeitsplatzrotation).

Die Arbeitsplätze sind so ausgestattet, dass sich die Höhe der Arbeitsfläche je nach Aufgabe entsprechend anpassen lässt. Die Mitarbeiter erhalten Informationen zu optimalen Arbeitsmethoden. Insgesamt lässt sich die Höhe aller Arbeitsplätze ohne weiteres an die individuellen Bedingungen anpassen. An einigen Montagestationen wird die Arbeitshöhe einige Male pro Arbeitsablauf eingestellt. Die Mitarbeiter nutzen diese Funktion häufig.

Um die Flexibilität zu erhöhen und wiederholte, monotone Abläufe zu vermeiden, werden alle Mitarbeiter für die Bedienung aller Montagestationen geschult. Das Arbeitsplatzrotationskonzept wurde eingeführt, damit die Mitarbeiter zwischen den verschiedenen Montagestationen wechseln können. Das Produktionsteam selbst plant den Rotationsmodus während der täglichen Meetings am Morgen, in denen auch das Arbeitsvolumen für den Tag kommuniziert wird.

Heben schwerer Lasten

Das dänische Arbeitsschutzgesetz besagt, dass eine Person ein Maximalgewicht von 50 kg heben darf, sofern keine verschärfenden Faktoren vorliegen. ‚Verschärfende Faktoren‘ umfassen beispielsweise Hebebewegungen, die nicht nahe am Körper stattfinden, Hebebewegungen, die unter Kniehöhe oder über Schulterhöhe gehen, Heben von Objekten mit scharfen Kanten oder empfindlichen Oberflächen.

Bei der Fertigung von Bang & Olufsen Produkten werden keine schweren Lasten gehoben. Schwere oder sperrige Teile werden mit Hebezeug gehandhabt. In seltenen Fällen kommen hier unter Einhaltung des dänischen Arbeitsschutzgesetzes zwei Personen zum Einsatz. Des Weiteren wird das Heben schwerer Lasten vermieden, indem die zu verarbeitenden Teile das Maximalgewicht gemäß Arbeitsschutzgesetz nicht überschreiten.

Lärm

Bang & Olufsen strebt geringe Lärmpegel an, um Hörschäden oder andere lärmbedingte Probleme zu vermeiden. An den meisten Arbeitsplätzen liegt der Lärmpegel weit unter dem vom dänischen Arbeitsschutzgesetz geforderten 80 dB (A).

Chemische Substanzen

Bang & Olufsen setzt sich verstärkt dafür ein, dass die Verwendung von Gefahrstoffen auf ein Minimum reduziert wird, um die Mitarbeiter nicht dem Risiko potenzieller gefahrstoffbedingter Probleme auszusetzen. Bang & Olufsen strebt an, Gefahrstoffe mit Stoffen zu ersetzen, die denselben Zweck erfüllen, aber weniger umwelt- und gesundheitsschädlich sind.

Level 1

Das dänische Amt für Arbeitsschutz hat eine unangemeldete Überprüfung des Bang & Olufsen Werks vorgenommen. Das Bang & Olufsen Werk wurde als Level 1-Unternehmen eingestuft, dies ist das bestmögliche Level in Dänemark.