Fernando Alonso über Stille, Präzision und unvergessliche Momente
Wenn alles funktioniert, lenkt dich nichts ab.
Fernando Alonso hat in mehr Städten gelebt, als die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens besuchen. Über die Jahre hat er gelernt, welche Dinge er unbedingt braucht – und welche nicht. Ein Gespräch über Reisen, Sound und die Momente, die sich außerhalb des Rampenlichts abspielen.
„Du bist in deiner Karriere ständig zwischen verschiedenen Rennstrecken, Kontinenten und Kulturen unterwegs. Wie fühlt sich das Ritual des Ankommens an einem neuen Ort an – und spielt Musik eine Rolle, wenn du dich irgendwo neu einlebst?“
Man gewöhnt sich definitiv an das ständige Unterwegssein. Da ich schon auf vielen Rennstrecken gefahren bin, kommt es mittlerweile kaum noch vor, dass ein Ort völlig neu für mich ist.
„Ich nutze Musik eher, um zur Ruhe zu kommen, aber sie gibt mir auch Energie vor einer Session.“
„Im Motorsport werden durch Geräusche in jeder Millisekunde neue Informationen übermittelt – Motorengeräusche, Reifengeräusche, Zuschauer. Nimmst du Sound außerhalb des Cockpits anders wahr? Sehnst du dich nach Stille oder brauchst du die Musik?“
Ich glaube, am meisten sehne ich mich nach Stille. Die Rennwochenenden sind intensiv und laut, weshalb ich abseits der Rennstrecke besonders die ruhigen Momente schätze.
„Du bist in über 30 Ländern Rennen gefahren. Gibt es einen Ort auf der Welt, den du bis heute im Herzen trägst, weil er in Kombination mit dem, was du damals gehört hast, zu einer besonderen Erinnerung geworden ist?“
Ich komme immer gerne nach Japan. Ich schätze die besondere Art von Ruhe und Respekt, die tief in der Kultur und den Menschen verwurzelt ist.
„Wenn du endlich allein bist – im Flugzeug, im Hotelzimmer, auf dem Weg zwischen zwei Welten –, was hörst du dann und was versuchst du, zu empfinden?“
Das hängt von der Stimmung und dem Moment ab. Manchmal sehnt man sich nach Entspannung, manchmal nach mehr Energie. Normalerweise versuche ich, vom Rennsport abzuschalten, da unsere Terminkalender so voll sind und wir so viele Tage auf der Rennstrecke verbringen. Aus diesem Grund höre ich ganz verschiedene Musik.
„Bei herausragender Technik, ob in einem Auto oder einem Kopfhörer, geht es darum, alles Unnötige zu eliminieren, damit man das spüren kann, worauf es ankommt. Ist das etwas, womit du dich identifizieren kannst?“
Ja, auf jeden Fall. Wir arbeiten sehr eng mit unseren Ingenieuren zusammen und diese Zusammenarbeit basiert auf einer Kombination aus Vertrauen und klarer Kommunikation. Aus diesem Grund habe ich eine sehr enge Beziehung zu ihnen. Während eines Rennens fühlt es sich am besten an, wenn alles nahtlos ineinandergreift und dich nichts von dem ablenkt, was du gerade tun willst.
Spielt Musik eine wichtige Rolle für dich, wenn es im Dauertakt von einer Stadt in die nächste geht? Und nutzt du Musik anders, je nachdem, ob du zu einem Rennen reist oder in deiner Freizeit unterwegs bist?
Durch Musik kann man dem Alltag für eine Weile entfliehen, besonders wenn man während der Saison viel unterwegs ist. An Rennwochenenden geht es vor allem um Konzentration und Vorbereitung. Wenn ich auf Reisen bin, ist es entspannter.
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